Patientennahe Labordiagnostik

Patientennahe Labordiagnositk, auch Point-of-Care-Testing (POCT) genannt, ist die Durchführung von diagnostischen Untersuchungen unmittelbar auf der Krankenstation, in der Praxis eines niedergelassenen Arztes oder einer Apotheke. Die Labordiagnostik wird also patientennah durchgeführt und nicht in einem Zentrallabor. Einige Beispiele hierfür sind Schwangerschaftstests oder auch Blutzuckermessungen durch Diabetiker.

Besonders spannend für den Bereich der Mikrofluidik ist die patientennahe Labordiagnostik für Krankheitserreger wie MRSA oder COVID-19. Hier bieten sich verschiedenste Möglichkeiten diese Tests schnell und gründlich durchzuführen – ohne dass Proben in Zentrallabors geschickt werden müssen.

Zu diesem Zweck haben wir gemeinsam mit GreinerBioOne ein Testportfolio entwickelt, welches einen schnellen Nachweis aller relevanten Krankenhauskeime und weiterer Krankheitserreger ermöglicht. Vertrieben wird das portable Gerät durch GenSpeed Biotech.

Infos zu GenSpeed Biotech

Das Diagnosesystem von GenSpeed Biotech ermöglicht die patientennahe Labordiagnostik für verschiedenste Viren und Keime:

MRSA wird im Volksmund auch Krankenhauskeim genannt, weil er dort aufgrund der häufigen Verabreichung von Antibiotika besonders häufig auftritt. Es gibt aber auch andere multiresistente Erreger die unsere Gesundheit bedrohen. Daher wird es immer wichtiger, resistente Krankenhauskeime schnell zu erkennen und zu bekämpfen.

Darüber hinaus kann das System auch schnell und kostengünstig umgerüstet werden auf andere Viren oder Keime. So ist der Wechsel zwischen COVID-19 und MRSA problemlos machbar. Ein großer Vorteil gegenüber einfachen Schnelltests ist, dass auch die Viruslast festgestellt werden kann. Somit wird nicht nur getestet, ob Antigene vorhanden sind, sondern auch, wie in welcher Menge diese vorliegen. Außerdem kann auf Antikörper getestet und somit eine unerkannte und überstandene Erkrankung oder der Immunstatus sichtbar gemacht und quantitativ eingeordnet werden. Bei, zum Beispiel, COVID-19-Tests kann so entschieden werden, ob eine weitere Impfung notwendig ist.

Das Diagnosesystem ist deutlich genauer als ein einfacher Antigen-Schnelltest und gleichzeitig kleiner und günstiger als ein großes Labor. Es ist ein voll digitales System, welches quantitative Messungen und damit Nachverfolgung und Überwachung ermöglicht.

Die mp6 Mikropumpe ist eine sehr wichtige Komponente in diesem Liquid-Handling-System zur patientennahe Labordiagnostik. Um ein zuverlässiges Ergebnis anzuzeigen, muss der Chip, auf dem der tatsächliche Antigentest stattfindet, sowohl mit der Probe als auch mit verschiedenen Flüssigkeiten befüllt werden. Dabei ist es essentiell, dass die Flüssigkeiten genau gefördert werden, um akkurate Testergebnisse zu ermöglichen.

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Dieses Video zeigt Ihnen die Funktionsweise einer patientennaher Labordiagnostik am Beispiel eines ELISA-Tests. Sie sehen, wie die mp6 Mikropumpe passive mikrofluidische Chips nimmt und diese in aktive Einheiten umwandelt. Nachdem der Chip mit der Probe befüllt und anschließend durch zwei Reagenzien eine Reaktion ausgelöst wurde, können die einzelnen Phasen durch einen Sensor optisch analysiert werden. Die optische Analyse kann dann digital und automatisch ausgewertet und dokumentiert werden.

In Kombination mit der elektronisch gesteuerten mp6 Mikropumpe, ermöglicht das schlanke, kleine und kostengünstige System ein schnelles und sicheres Befüllen selbst kleinster und komplexer Strukturen. Tests und Diagnosen können so direkt am Ort der Behandlung statt im Labor durchgeführt werden – das spart Zeit und Kosten. Diese patientennahe Labordiagnostik kann dezentral mit geringer Durchlaufzeit und hoher Sensitivität und Spezifität eingesetzt werden. Sie ermöglicht hochwertige Testmöglichkeiten, die nicht unbedingt von Fachpersonal durchgeführt werden müssen.